Mechanische Unkrautregulierung
- eine Herausforderung an die Technik.
Die mechanischen Unkrautregulierung
stellte im ökologischen Landbau schon immer eine Herausforderung
dar. Auf der Suche nach neuen, technischen Lösungen zur ganzflächigen
Bearbeitung entwickelte eine Arbeitsgruppe, bestehend aus dem
Entwicklungsbüro für ökologischen Landbau Lindenberg, dem Fachbereich
Technik der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Bernburg
sowie der Annaburger Nutzfahrzeug GmbH, eine Universal-Hackmaschine
die sich durch eine hohe Wirksamkeit in der Beseitigung von Unkräutern
auszeichnet.
Ziel dieser Zusammenarbeit:
- Eine höhere Wirksamkeit der Unkrautregulierung
gegenüber der bisher bekannten Technik.
- Der universelle Einsatz in nahezu allen Ackerkulturen
wie Getreide, Körnerleguminosen, Ölfrüchten, Mais und Rüben.
- Eine einfache Wirkungsweise mit geringer Störanfälligkeit.
- Ein günstiges Aufwands- Nutzen Verhältnis
für die Anschaffung und den Betrieb der Hackmaschine
Der Weg zur Lösung:
Das Ziel wurde verwirklicht indem herkömmliche
Hackwerkzeuge zwischen den Reihen und mit Rollstriegelelementen
innerhalb der Reihe kombiniert wurden.
Damit ist es möglich geworden eine Unkrautregulierung
zwischen und innerhalb der Reihe durchzuführen.
Die Hackwerkzeuge, wahlweise mit Gänsefußmesser
oder Winkelmesser, arbeiten in der Parallelogrammaufhängung zwischen
den Kulturreihen in der üblicher Weise. Zwischen den Hackelementen
befindet sich der Rollstriegel.
Dem Rollstriegel in seiner heutigen Form ging
eine Menge Arbeit und Entwicklung voraus. Die erste Selbstbau-Lösung
bestand noch vollständig aus Metall. Das Wirkprinzip wurde
mit dieser Variante getestet und als durchführbar und erfolgreich
bewertet. Verschiedene Schwierigkeiten waren aber noch zu meistern:
So bereitete das verklemmen von Steinen und Kluten Probleme und
dadurch wurden auch die Zinken des Rotors stark belastet.
Um diesen Problemen aus dem Weg zu gehen und ein
robustes und wartungsarmes Gerät zu erhalten, wurde bald
klar, dass die Elemente des Zinkenrotors flexibler gestaltet werden
müssen. Am Ende dieser Entwicklung steht nun der allen Zielen
gerecht werdende Rollstriegel. Die Federstahlzinken sind in eine
hochfeste aber flexible PUR-Nabe eingegossen; Kluten und Steine
können nicht festklemmen, die Zinken verbiegen und brechen
nicht. Damit ist der Verschleiß und der Wartungsaufwand
minimal.
Die Höhenführung wurde ebenfalls angepasst.
Eine Aufhängung der Rollstriegel direkt an den Holmen der
Hackmesser, wie in der anfänglichen Entwicklung, führte
auf sehr hartem Boden zu einem Ausheben der Hackmesser. Um die
Maschine an verschiedene Bodenzustände anzupassen wurden
die Hackmesser und Rollstriegel einzeln am Rahmen aufgehängt
und können individuell in Höhe und Spannung eingestellt
werden. Um das Striegelergebniss auf Böden mit wechselnder
Festigkeit ebenfalls optimal zu gestalten, haben die Rollstriegel
eine verstellbare Tiefenbegrenzung um zu verhindern, dass die
Kulturpflanzen durch ein zu tiefes Eindringen der Zinken bei weichen
Stellen im Boden geschädigt werden.
Die Verstellmöglichkeiten des Rollstriegels
in Höhe, Spannung, Abstand zum Hackmesser und Anstellwinkel,
erlauben einen Einsatz in nahezu allen Kulturen, in verschiedenen
Wachstumsstadien und auf verschiedenen Böden.
Hier nur einige Beispiele:
Bei Getreide kann der erste Pflegedurchgang nur
mit dem Rollstriegel in einem 6-12cm breiten Streifen über
der Reihe durchgeführt werden. Das spart Zeit weil eine höhere
Fahrgeschwindigkeit möglich ist. Der zweite Pflegedurchgang
kann dann mit Hackmessern und Rollstriegel durchgeführt werden.
Wenn das zum Striegeln geeignete Wachsstumstadium
bereits überschritten ist, kann der Rollstriegel zwischen
die Reihen, hinter das Hackmesser gestellt werden. Dadurch wird
der Boden intensiver bearbeitet und die Unkräuter innerhalb
der Reihe durch Anhäufeln verschüttet. Dies ist besonders
für Mais, Zuckerrüben und verschiedene Sonderkulturen
günstig.
Besonders wichtig für jede erfolgreiche mechanische
Unkrautbekämpfung ist die rechtzeitige Pflege der Kulturen:
Das Unkraut muss entfernt werden, wenn es kleiner
als die Kulturpflanze ist, und nicht erst wenn es die Kulturpflanze
zu überwachsen droht.
Einsatzerfahrung:
Die hervorragende Funktionsfähigkeit sowie
die hohe Wirksamkeit der Maschine wurde eingehend getestet.Beim
Einsatz auf mehreren hundert Hektar auf dem Landhof Lindenberg
(Landkreis Stendal, Sachen- Anhalt) sowie auf den Öko- Flächen
der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Bernburg wurden
die positve Wirkung ist in allen getesteten Kulturen bestätigt.
Der Einsatz erfolgte in Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Triticale,
Lupinen, Erbsen, Mais und Zuckerrüben.